Island

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Obwohl Island unterhalb des Polarkreises liegt, hat mich diese Insel nie kalt gelassen. Seit meiner ersten Reise 1996 war ich von dieser Vulkaninsel begeistert. Island ist kein typisches Radreiseland.

Auf meinen Islandtouren musste ich immer wieder auch meine Grenzen erkennen: Tagelanges Verharren im Zelt durch Regenwetter, Stürme, die ein Radfahren unmöglich machten oder anstrengende Tagestouren auf Naturpisten. Die Insel hat aber auch so viel Schönheit und erlebnissreiche Momente zu bieten, dass sich die Mühen und Strapazen oft relativierten. Vor jeder Islandreise wusste ich nie, ob ich das geplante Reiseziel mit dem Fahrrad auch erreichen werde: Werde ich die Strapazen aushalten? Macht mir das Wetter „einen Strich durch die Rechnung“? Wird das Material den harten Straßenbedingungen standhalten?

Island mit dem Rad ist etwas für Menschen mit Ausdauer, Sinn für Einsamkeit und ein Gespür für Minimalismus. Die Landschaft ist schroff, die Grundfarben auf der Insel sind oft braun und schwarz in allen Schattierungen. In dunklen Lavafeldern sieht man dann quitschgrünen Moospolster oder einzelne, kleine Blumen, die wie von einer anderen Welt wirken.

Noch heute höre ich interessiert Menschen zu, die sich vorstellen können einen Radurlaub auf Island zu machen. Manche möchten zum Beispiel mit einem Rennrad innerhalb von zwei Wochen um die Insel fahren. Ich sage dann: Auf der Hauptstraße, die um die Insel führt, wären das rund 1400 Kilometer. Hier in Kontinentaleuropa ist diese Kilometermenge durchaus in zwei Wochen zu fahren. Auf Island, mit seinen ständig wechselnden Wettern, kommen viele Variable hinzu, die eine exakte Planung oft nicht zulassen.

Auf Island braucht man Zeit; die Insel setzt jedem schnell Grenzen und man muss immer damit rechnen seine Reisepläne umzugestalten. Hier ist nicht Schnelligkeit gefragt. Natürlich haben es auch schon wenige geschafft die Insel in weniger als drei Wochen zu umrunden. Sie haben aber für hundert Kilometer auch schon mal bis zu zehn Stunden gebraucht. Sollte der Wind besonders kräftig und von der falschen Seite wehen, dann können es auch noch mehr Stunden am Tag werden. Übrigens: Island und der Wind…

Trotz aller Widrigkeiten würde ich immer wieder hierher kommen. Auf meinen insgesamt fünf Islandreisen habe ich schon viele Kilometer abgefahren. Auf meiner persönlichen Islandkarte gibt es dennoch viele „weiße Flecken“.

Zum Schluss noch ein Tipp für Reisende mit genügend Zeit: Die Anreise mit der Fähre zur Insel.

Die Fährgesellschaft Smyril-Line betreibt schon viele Jahrzehnte eine Verbindung zwischen Dänemark und Island. Aus wirtschaftlichen Gründen wird stets der Fährhafen Thorshavn auf den Farörer-Inseln angefahren, um dann weiter bis nach Nordostisland zu gelangen. Der isländische Fährhafen Seydisfjodur liegt malerisch in einer fjördähnlichen Bucht. Die Anreise mit der Fähre dauert mehrere Tage.